089 – 22 09 24

CMD (= Cranio Mandibuläre Dysfunktion)

CMD (= Cranio Mandibuläre Dysfunktion)

1. Ursachen:

Grundlage einer CMD (= Cranio Mandibuläre Dysfunktion) ist stets eine Verspannung der am Kausystem beteiligten Kau-, Kopf- und Gesichtsmuskulatur. Aus Sicht der modernen Zahnheilkunde sind hier zwei Hauptfaktoren verantwortlich: Zahnfehlstellungen und Stress. 

Ursache I: Zahnfehlstellungen

Ist es dem Unter- und Oberkiefer auf längere Zeit nicht möglich harmonisch und funktional  aufeinander zu beißen, entstehen langfristig Zahnfehlstellungen. Manchmal sind genetische Dispositionen ursächlich wie z.B. eine Gebissanomalie oder fehlende Zähne. 

Meist kommen Fehlstellungen jedoch aufgrund von Zahnlücken oder unzureichend gestaltetem Zahnersatz zu Stande wie zu hohe oder zu niedrige Kronen und Füllungen. Ebenso Schuld am falschen Biss können nicht optimal oder nicht aus-therapierte kieferorthopädische Behandlung haben, wenn z.B. die Oberkieferfrontzähne zu stark nach innen positioniert wurden. 

Um den falschen Biss auszugleichen, reagiert unser neuromuskuläres System mit Verspannung der beteiligten Kau-, Kopf- und Gesichtsmuskulatur. Auf Dauer kann dies aber auch zu Verspannungen und Schmerzen in anderen Teilen des Stütz- und Bewegungsapparates führen. So können oft Schmerzen an Zähnen, Kiefergelenken, Gesicht, Kopf- oder Nackenbereich auf eine CMD zurückgeführt werden.

Ursache II: Stress – psycho-emotionale Belastung

Viele Menschen neigen dazu, Stress, Überforderung oder emotionale Belastungen über das eigene Kausystem durch Pressen und Knirschen mit den Zähnen abzureagieren. Im Fachjargon spricht man von „Bruxismus“, im Volksmund sagt man „mit den Zähnen knirschen“ oder „die Zähne zusammenbeißen“. Dieses dauerhafte und nicht behandelte Zähneknirschen führt zu einer unnatürlichen Abnutzung der Zähne, in schweren Fällen zu einem um mehrere Millimeter verkürzten Abrasionsgebiss und in Folge zu starken Verspannung der am Kausystem beteiligten Kau-, Kopf- und Gesichtsmuskulatur sowie zu einer CMD. 

2. Symptome

  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Erhöhter Augendruck
  • starkes Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Zahnabrasion, Abrieb
  • Freiliegende, sensible Zahnhälse
  • Zahnlockerung, Zahnwanderung und Zahnverlust
  • Knacken der Kiefergelenke
  • Tinitus
  • Nacken- und Rückenschmerzen
  • Beckenschiefstand / Hüftbeschwerden
  • Knieschmerzen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten
  • Schlafstörungen

3. Ziele

  • Die Unterbrechung des negativen Kreislaufs zwischen gestörter Okklusion/ Fehlkontakte der Zähne, verspannter Kaumuskulatur und neuromuskulärer Abläufe über das Zentralnervensystem.
  • Der selbstzerstörende Einfluss auf Zahnhartsubstanz, Zahnhalteapparat und Zahnfleisch
  • durch unbewusstes nächtliches Pressen und Knirschen wird unterbrochen.
  • Entspannung der hyperaktiven Kau- und Gesichtsmuskeln
  • Entlastung der Kiefergelenke
  • Erreichen einer stabilen Unterkieferposition beidseits bzw. einer stabilen Beziehung zwischen Unterkiefer, Gelenkscheibe und Gelenkgrube
  • Linderung der Beschwerden schon nach kurzer Tragezeit einer DIR®-Schiene

4. Diagnostik

Grundlage einer fundierten CMD-Diagnostik der Praxis am Maxmonument ist zum einen die klinisch / manuelle sowie die instrumentelle Funktionsanalyse (FAL).

Klinisch / manuelle Funktionsanalyse (FAL):
Diese Untersuchung umfasst Maßnahmen „ohne Einsatz von Instrumenten“. Im Vorfeld führen wir ein intensives Patientengespräch, um die Krankengeschichte sowie die Lebenssituation des Patienten zu erfahren. In einem zweiten Schritt erfolgt die manuelle Untersuchung von Zähnen und Gebiss. Hierbei werden Fehlstellungen der Zähne, physiologischen Fehlkontakte, Zahnabrasion / Zahnabrieb, freiliegende, sensible Zahnhälse, Schmerzsymptomen, Kiefergelenkgeräusche oder Einschränkungen von Kaubewegung und Mundöffnung dokumentiert. 

Instrumentelle Funktionsanalyse:
Hierbei wird die Kieferfunktion des Patienten exakt vermessen und analysiert. Mit Hilfe eines speziellen Gerätes – dem sogenannten Gesichtsbogen – erstellen wir Abdrücke des Ober- und Unterkiefers sowie eine genaue Analyse der Kaumuskulatur, welche die anatomischen Gegebenheiten dokumentiert. Mit diesen Ergebnissen können wir feststellen wo konkret die Ursache der genannten Symptome liegt.

5. Therapie

Liegt die Ursache bei einer CMD (= Cranio Mandibuläre Dysfunktion), so empfehlen wir eine individuell angepasste DIR®-Aufbissschiene, welche den Biss des Patienten reguliert und das Missverhältnis von Schädel und Kiefer korrigiert. Die Schiene ist keine reine Schutz- oder Knirscherschiene, die den Abrieb der Zähne verhindern soll. Sie ist ein therapeutisches Mittel, welches die Ursachen einer CMD lindert und behebt. Das Ziel dieser Kiefergelenk-Positionierungsschiene besteht somit im Erreichen einer stabilen, zentrischen Unterkieferposition und als Folge zu einer Entspannung der Muskulatur des Kausystems.